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Mobilitätsdatengesetz: welche Verkehrsdaten offen sind

Vom gescheiterten Mobilitätsdatengesetz zum IVS-Gesetz 2026: welche Fahrplan- und Echtzeitdaten offen sein müssen und wo du sie findest.

ImTakt RedaktionAktualisiert 3 Min. Lesezeit5 Quellen

Luftbild einer Schnellfahrstrecke bei Forchheim zwischen Feldern
Forchheim · Ermell · CC BY-SA 4.0 · bearbeitet

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Entwurf eines Mobilitätsdatengesetzes aus dem Jahr 2024 wurde nicht mehr verabschiedet.
  • Im März 2026 hat der Bundestag ein neues Gesetz zu intelligenten Verkehrssystemen und zur Datenbereitstellung über den Nationalen Zugangspunkt beschlossen, das Teile davon aufgreift.
  • Zentrale Plattform ist die Mobilithek des Bundes. Dort müssen unter anderem Fahrplan- und Echtzeitdaten bereitgestellt werden.
  • Grundlage sind EU-Vorgaben, vor allem die IVS-Richtlinie und die Verordnung zu multimodalen Reiseinformationen, die 2024 überarbeitet wurde.
  • Für Entwickler ist der bundesweite GTFS-Feed von GTFS.DE der praktischste Einstieg in die Fahrplandaten.
Inhalt
  1. Was aus dem Mobilitätsdatengesetz wurde
  2. Welche Daten bereitgestellt werden müssen
  3. Wo die Daten liegen
  4. Wo es noch hakt
  5. Häufige Fragen
  6. Quellen

Offene Verkehrsdaten sind die Grundlage für jede unabhängige Fahrplanauskunft. Wer welche Daten veröffentlichen muss, regeln in Deutschland mehrere Gesetze und EU-Verordnungen. Der Begriff „Mobilitätsdatengesetz“ wird dabei oft verwendet, obwohl das Gesetz unter diesem Namen nie in Kraft getreten ist.

Was aus dem Mobilitätsdatengesetz wurde

Die Bundesregierung hatte 2024 den Entwurf eines Mobilitätsdatengesetzes vorgelegt. Es sollte die Bereitstellung von Verkehrsdaten über einen Nationalen Zugangspunkt verbindlich und einheitlich regeln. Mit dem Ende der damaligen Koalition wurde der Entwurf nicht mehr beschlossen.

Am 26. März 2026 hat der Bundestag ein Gesetz zur Neuregelung des Rechtsrahmens für intelligente Verkehrssysteme und zur Datenbereitstellung über den Nationalen Zugangspunkt beschlossen. Es greift nach Aussage von Fachverbänden inhaltliche Aspekte des gescheiterten Entwurfs auf und setzt die europäische IVS-Richtlinie mit ihren delegierten Verordnungen um.

Welche Daten bereitgestellt werden müssen

Laut Bundestag sollen über den Nationalen Zugangspunkt alle Informationen verfügbar werden, die für das Planen und Durchführen einer Reise durch Deutschland nötig sind. Für den öffentlichen Verkehr gehören dazu:

  • Fahrplandaten und Echtzeitinformationen
  • Belegungsdaten im öffentlichen Verkehr
  • Verfügbarkeit von Plätzen für Menschen mit Behinderung
  • Standorte von Leihfahrrädern und Ladestationen

Für Linienverkehre gab es bereits vorher Pflichten: Seit der Novelle des Personenbeförderungsgesetzes 2021 müssen Unternehmen bestimmte statische und dynamische Daten bereitstellen. Auf EU-Ebene legt die Delegierte Verordnung (EU) 2024/490 fest, welche Reiseinformationsdaten die Mitgliedstaaten schrittweise über ihre Zugangspunkte zugänglich machen müssen.

Wo die Daten liegen

Anlaufstellen für offene Fahrplandaten in Deutschland
QuelleWas du dort findestFormat
MobilithekNationaler Zugangspunkt: Metadaten und Downloads vieler DatensätzeGTFS, NeTEx, SIRI u. a.
GTFS.DEBundesweiter Fahrplan de_full, Teilfeeds, EchtzeitGTFS, GTFS-RT
DELFI e.V.Zusammenführung der Fahrplandaten der LänderNeTEx, GTFS über Partner
VerkehrsverbündeRegionale Feeds mit teils mehr DetailsGTFS, eigene APIs
WeiterlesenGTFS.DE und DELFIwelcher Feed für welchen Zweck passt.

Wo es noch hakt

  • Echtzeit ist nicht flächendeckend offen. Große Verbünde und der Fernverkehr sind gut abgedeckt, kleinere Betreiber teils gar nicht.
  • Tarife fehlen in maschinenlesbarer Form fast vollständig. Ob ein Ticket gilt, lässt sich nur indirekt ableiten.
  • Barrierefreiheit ist für viele Haltestellen als unbekannt eingetragen.
  • Ersatzverkehr bei kurzfristigen Störungen erscheint selten als Fahrplan, meist nur als Freitext.

Häufige Fragen

Ist das Mobilitätsdatengesetz in Kraft?

Nein, nicht unter diesem Namen. Der Entwurf von 2024 wurde nicht beschlossen. Im März 2026 hat der Bundestag stattdessen ein Gesetz zu intelligenten Verkehrssystemen und zur Datenbereitstellung über den Nationalen Zugangspunkt verabschiedet, das Teile davon aufgreift.

Was ist die Mobilithek?

Die Mobilithek ist der Nationale Zugangspunkt des Bundes für Mobilitätsdaten. Dort stehen Metadaten und Downloads für Fahrpläne, Echtzeitdaten und weitere Verkehrsdaten.

Wo finde ich offene Fahrplandaten für ganz Deutschland?

Am einfachsten bei GTFS.DE. Der Feed de_full enthält Fern- und Nahverkehr für ganz Deutschland im GTFS-Format.

Sind Echtzeitdaten in Deutschland offen?

Teilweise. Für viele Verbünde und den Fernverkehr gibt es offene Echtzeitdaten, zum Beispiel als GTFS-RT. Die Abdeckung ist aber nicht vollständig.

Quellen

  1. [1]Deutscher Bundestag: Digitale Plattform zum Informationsaustausch für den Verkehr beschlossen (März 2026)bundestag.de
  2. [2]Deutscher Bundestag: Regierungsentwurf für ein Mobilitätsdatengesetz (2024)bundestag.de
  3. [3]Delegierte Verordnung (EU) 2024/490 zu multimodalen Reiseinformationsdiensteneur-lex.europa.eu
  4. [4]Mobilithek: Datenportal des Bundesmobilithek.info
  5. [5]GTFS.DE: Feeds für Deutschlandgtfs.de

Stand: 27. September 2026. Fehler gefunden? Schreib uns an contact@imtakt.dev.

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München Hbf · Foto · CC0

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