GTFS in Deutschland — Aufbau, Quellen und Besonderheiten
Wie GTFS Fahrpläne abbildet, woher der deutsche Vollbestand de_full stammt und welche Dateien für Haltestellensuche und Routing wichtig sind.
GTFS (General Transit Feed Specification) beschreibt Haltestellen, Linien, Fahrten und Kalender in einfachen CSV-Dateien. Google entwickelte das Format ursprünglich für Google Maps Transit; heute nutzen es weltweit Navigator-Apps, Forschung, Stadtplanung und Agenten-Werkzeuge. Wer in Deutschland Bahn- oder ÖPNV-Daten maschinenlesbar braucht, landet fast immer bei GTFS.
Die wichtigsten GTFS-Dateien
- stops.txt — Haltestellen mit Koordinaten, Namen und oft EVA-Nummern (deutsche Bahnhofs-ID)
- routes.txt — Linien mit agency_id, route_type (Bus, Tram, S-Bahn, …) und Kurzname, zum Beispiel ICE 593
- trips.txt — einzelne Fahrten einer Route an einem Betriebstag
- stop_times.txt — Abfahrts- und Ankunftszeiten pro Halt (inkl. Gleis in stop_headsign)
- calendar.txt / calendar_dates.txt — Gültigkeit (Wochentage, Ferien, Ausnahmen)
- transfers.txt — empfohlene Mindestumstiegszeiten zwischen Haltepaaren
Warum GTFS in Deutschland anders ist
Deutschland hat kein einzelnes staatliches Verkehrsnetz, sondern Hunderte Unternehmen und zahlreiche Verkehrsverbünde. DELFI und gtfs.de bündeln deren Feeds zu de_full, dem nationalen Vollbestand für Fern- und Nahverkehr. Nach dem Zusammenführen von Dubletten indexiert ImTakt daraus rund 685.000 Haltestellen.
DELFI vs. Verbund-Feeds — erklärt, wann de_full oder ein Regional-Feed sinnvoller ist.
GTFS vs. HAFAS
HAFAS von HaCon stellt Fahrplan- und Echtzeitauskünfte über proprietäre Schnittstellen bereit. GTFS ist dagegen ein offenes Dateiformat, das sich selbst verarbeiten und reproduzierbar versionieren lässt. ImTakt kombiniert statische GTFS-Daten mit MOTIS-Routing und verfügbaren GTFS-RT-Daten.
HAFAS-Alternativen — vergleicht offenen Stack und db-vendo.
route_type und deutsche Zuggattungen
In GTFS unterscheidet route_type zum Beispiel Tram (0), U-Bahn (1), Schiene (2) und Bus (3). ICE, IC, RE und S-Bahn fallen alle unter route_type 2 — die eigentliche Unterscheidung steht in route_short_name und agency_id. Agenten filtern deshalb nach Namen und Betreiber, nicht nur nach route_type.
ICE, IC, RE, S-Bahn — ordnet Produktkategorien und Routing-Implikationen.
Häufige Fragen
Was ist GTFS und wo bekomme ich deutsche Fahrplandaten?
GTFS (General Transit Feed Specification) ist das Standardformat für ÖPNV-Fahrpläne. In Deutschland liefert gtfs.de den nationalen Vollbestand de_full — multimodal mit Fernverkehr, Regional, S-Bahn, Bus und Tram. ImTakt nutzt de_full für api.imtakt.dev und MCP-Tools.
Enthält GTFS auch Echtzeit-Verspätungen?
Statisches GTFS allein enthält keine Echtzeit. Dafür gibt es GTFS-RT (Realtime). Viele Verbünde und der Fernverkehr liefern TripUpdates; ImTakt übernimmt diese Echtzeitdaten in Abfahrtstafeln und Verbindungsantworten, wo sie verfügbar sind.
Kann ich GTFS für Ticketpreise nutzen?
Nur eingeschränkt. GTFS-Fares (fares_v2) ist in Deutschland selten vollständig. Fahrplan und Routing ja — Tarife und Deutschlandticket-Gültigkeit müssen separat geklärt werden.
Wie viele Haltestellen hat der deutsche GTFS-Feed?
de_full enthält nach dem Zusammenführen von Dubletten rund 685.000 Haltestellen — von Bus und Tram bis zum Fernverkehr. ImTakt indexiert Namen, Schreibvarianten und Koordinaten in Meilisearch.
Was ist der Unterschied zwischen GTFS und HAFAS?
GTFS ist ein offenes Dateiformat; HAFAS ist eine proprietäre Auskunfts-Engine. GTFS lässt sich selbst betreiben und für Agenten skalieren. HAFAS-APIs wie db-vendo sind bei Echtzeitinformationen oft mächtiger, aber an Nutzungsbedingungen gebunden.
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