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Technische Grundlagen12 Min. Lesezeit

GTFS in Deutschland — Aufbau, Quellen und Besonderheiten

Wie GTFS Fahrpläne abbildet, woher der deutsche Vollbestand de_full stammt und welche Dateien für Haltestellensuche und Routing wichtig sind.

GTFS (General Transit Feed Specification) beschreibt Haltestellen, Linien, Fahrten und Kalender in einfachen CSV-Dateien. Google entwickelte das Format ursprünglich für Google Maps Transit; heute nutzen es weltweit Navigator-Apps, Forschung, Stadtplanung und Agenten-Werkzeuge. Wer in Deutschland Bahn- oder ÖPNV-Daten maschinenlesbar braucht, landet fast immer bei GTFS.

Die wichtigsten GTFS-Dateien

  • stops.txt — Haltestellen mit Koordinaten, Namen und oft EVA-Nummern (deutsche Bahnhofs-ID)
  • routes.txt — Linien mit agency_id, route_type (Bus, Tram, S-Bahn, …) und Kurzname, zum Beispiel ICE 593
  • trips.txt — einzelne Fahrten einer Route an einem Betriebstag
  • stop_times.txt — Abfahrts- und Ankunftszeiten pro Halt (inkl. Gleis in stop_headsign)
  • calendar.txt / calendar_dates.txt — Gültigkeit (Wochentage, Ferien, Ausnahmen)
  • transfers.txt — empfohlene Mindestumstiegszeiten zwischen Haltepaaren

Warum GTFS in Deutschland anders ist

Deutschland hat kein einzelnes staatliches Verkehrsnetz, sondern Hunderte Unternehmen und zahlreiche Verkehrsverbünde. DELFI und gtfs.de bündeln deren Feeds zu de_full, dem nationalen Vollbestand für Fern- und Nahverkehr. Nach dem Zusammenführen von Dubletten indexiert ImTakt daraus rund 685.000 Haltestellen.

DELFI vs. Verbund-Feedserklärt, wann de_full oder ein Regional-Feed sinnvoller ist.

GTFS vs. HAFAS

HAFAS von HaCon stellt Fahrplan- und Echtzeitauskünfte über proprietäre Schnittstellen bereit. GTFS ist dagegen ein offenes Dateiformat, das sich selbst verarbeiten und reproduzierbar versionieren lässt. ImTakt kombiniert statische GTFS-Daten mit MOTIS-Routing und verfügbaren GTFS-RT-Daten.

HAFAS-Alternativenvergleicht offenen Stack und db-vendo.

route_type und deutsche Zuggattungen

In GTFS unterscheidet route_type zum Beispiel Tram (0), U-Bahn (1), Schiene (2) und Bus (3). ICE, IC, RE und S-Bahn fallen alle unter route_type 2 — die eigentliche Unterscheidung steht in route_short_name und agency_id. Agenten filtern deshalb nach Namen und Betreiber, nicht nur nach route_type.

ICE, IC, RE, S-Bahnordnet Produktkategorien und Routing-Implikationen.

Häufige Fragen

Was ist GTFS und wo bekomme ich deutsche Fahrplandaten?

GTFS (General Transit Feed Specification) ist das Standardformat für ÖPNV-Fahrpläne. In Deutschland liefert gtfs.de den nationalen Vollbestand de_full — multimodal mit Fernverkehr, Regional, S-Bahn, Bus und Tram. ImTakt nutzt de_full für api.imtakt.dev und MCP-Tools.

Enthält GTFS auch Echtzeit-Verspätungen?

Statisches GTFS allein enthält keine Echtzeit. Dafür gibt es GTFS-RT (Realtime). Viele Verbünde und der Fernverkehr liefern TripUpdates; ImTakt übernimmt diese Echtzeitdaten in Abfahrtstafeln und Verbindungsantworten, wo sie verfügbar sind.

Kann ich GTFS für Ticketpreise nutzen?

Nur eingeschränkt. GTFS-Fares (fares_v2) ist in Deutschland selten vollständig. Fahrplan und Routing ja — Tarife und Deutschlandticket-Gültigkeit müssen separat geklärt werden.

Wie viele Haltestellen hat der deutsche GTFS-Feed?

de_full enthält nach dem Zusammenführen von Dubletten rund 685.000 Haltestellen — von Bus und Tram bis zum Fernverkehr. ImTakt indexiert Namen, Schreibvarianten und Koordinaten in Meilisearch.

Was ist der Unterschied zwischen GTFS und HAFAS?

GTFS ist ein offenes Dateiformat; HAFAS ist eine proprietäre Auskunfts-Engine. GTFS lässt sich selbst betreiben und für Agenten skalieren. HAFAS-APIs wie db-vendo sind bei Echtzeitinformationen oft mächtiger, aber an Nutzungsbedingungen gebunden.

GTFSgtfs.deDELFIFahrplanÖPNV DeutschlandGeneral Transit Feed Specification

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